Fünf Personengruppen bei unterschiedlicher Handynutzung

Du hast bereits ein gutes Smartphone und brauchst nur einen neuen Tarif? Dann ist ein Handyvertrag ohne Handy meistens die günstigste und flexibelste Lösung.

Den einen besten Tarif für alle gibt es allerdings nicht. Entscheidend ist, wie viele mobile Daten Du brauchst, welches Netz an Deinen wichtigsten Orten funktioniert und wie lange Du Dich binden möchtest.

Lesedauer: ca. 8 Minuten

Was ist ein Handyvertrag ohne Handy?

Bei einem Handyvertrag ohne Handy zahlst Du nur für den Mobilfunktarif. Ein neues Smartphone wird weder mitgeliefert noch über die monatliche Grundgebühr finanziert. Solche Angebote werden auch SIM-only-Tarife genannt.

Das lohnt sich, wenn Dein aktuelles Gerät noch gut funktioniert oder Du ein Smartphone separat kaufen möchtest. Der Tarif lässt sich dadurch leichter vergleichen, weil keine Gerätekosten im monatlichen Preis versteckt sind.

In unserem Handyvertrag Vergleich ohne Handy werden die Angebote nach dem monatlichen Durchschnittspreis sortiert. Dabei berücksichtigen wir neben der Grundgebühr auch einmalige Kosten und Bonuszahlungen.

1. Wie viel Datenvolumen brauchst Du?

Das Datenvolumen ist heute meist der wichtigste Unterschied zwischen den Tarifen. Telefonie und SMS in deutsche Netze sind bei vielen Verträgen bereits als Flat enthalten.

Wie viel Du tatsächlich verbrauchst, siehst Du direkt in den Einstellungen Deines Smartphones oder in der App Deines bisherigen Mobilfunkanbieters. Prüfe am besten mehrere Monate, weil Urlaub, Reisen oder besonders viele Videoanrufe den Verbrauch verändern können.

  • Bis 10 GB: für Messenger, E-Mails, Navigation und gelegentliches Surfen.
  • 20 bis 50 GB: für regelmäßige Social-Media-Nutzung, Musik und Videos unterwegs.
  • 50 bis 100 GB: für häufiges Streaming, Videokonferenzen und größere Downloads.
  • Unlimited: für sehr intensive Nutzung oder wenn das Smartphone häufig als Hotspot dient.

Plane etwas Reserve ein, aber bezahle nicht vorsorglich für Daten, die Du nie nutzt. Wer fast immer im WLAN ist, braucht meist keinen Unlimited-Tarif.

2. Wie schnell muss das mobile Internet sein?

Für Messenger, Musik, Navigation und normales Surfen reichen oft bereits 10 bis 25 Mbit/s. Mit 50 Mbit/s lassen sich auch Videos in hoher Qualität, Videokonferenzen und die meisten Downloads komfortabel nutzen.

Sehr hohe beworbene Werte von 300 oder 500 Mbit/s sind vor allem bei großen Downloads und bei der Hotspot-Nutzung interessant. Sie werden im Alltag aber nicht überall erreicht. Funkzelle, Entfernung, Gebäude, Auslastung und das Smartphone beeinflussen die tatsächliche Geschwindigkeit.

Mehr dazu findest Du im Beitrag Welche Datengeschwindigkeit brauche ich?

3. Brauchst Du 5G?

5G gehört inzwischen bei vielen neuen Tarifen zum Standard. Wenn 5G ohne Aufpreis verfügbar ist und Dein Smartphone den Standard unterstützt, würde ich einen solchen Tarif bevorzugen.

Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur waren im Oktober 2025 rund 95 Prozent der Fläche Deutschlands durch mindestens einen Netzbetreiber mit 5G versorgt. Das ist jedoch kein Versprechen für Deinen konkreten Standort oder das von Dir gewählte Netz.

Ein 5G-Tarif garantiert jedoch nicht automatisch an jedem Ort 5G-Empfang. Der Ausbau unterscheidet sich nach Netz und Region. Ist kein 5G verfügbar, wechselt ein aktuelles Smartphone normalerweise automatisch auf LTE beziehungsweise 4G.

LTE reicht für die meisten Anwendungen weiterhin aus. Wichtiger als das 5G-Logo ist deshalb, ob das gewählte Netz an Deinem Wohnort, am Arbeitsplatz und auf Deinen regelmäßigen Wegen stabil funktioniert.

4. Welches Mobilfunknetz ist für Dich das beste?

In Deutschland gibt es vier Mobilfunknetzbetreiber: Telekom, Vodafone, Telefónica mit der Marke O₂ und 1&1. 1&1 baut ein eigenes Netz auf und ergänzt die Versorgung durch National Roaming.

Ein allgemeiner Netztest kann eine Orientierung geben, entscheidet aber nicht über Deinen persönlichen Empfang. Das bundesweit bestbewertete Netz kann in Deiner Wohnung schwach sein, während ein anderes Netz dort sehr gut funktioniert.

Prüfe deshalb die Netzabdeckung genau an den Orten, an denen Du das Smartphone häufig nutzt. Die Karten der Anbieter und das Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur helfen bei der ersten Einschätzung. Beachte: Karten zeigen Prognosen, und die Versorgung in Gebäuden kann schlechter sein.

Verfügbarkeitschecks der Netzbetreiber: Telekom, Vodafone, Telefónica O₂ und 1&1.

Zusätzlich kannst Du die Netze im Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur miteinander vergleichen.

Am zuverlässigsten ist ein eigener Test. Frage Freunde oder Kollegen nach ihren Erfahrungen oder probiere das Netz zunächst mit einer Prepaidkarte beziehungsweise einem monatlich kündbaren Tarif aus.

5. Monatlich kündbar oder 24 Monate Laufzeit?

Ein monatlich kündbarer Handyvertrag bietet mehr Flexibilität. Du kannst schneller wechseln, wenn sich Dein Datenbedarf ändert, der Empfang nicht überzeugt oder ein besseres Angebot erscheint.

Tarife mit 24 Monaten Mindestlaufzeit sind dafür häufig günstiger oder enthalten mehr Datenvolumen. Die anfängliche Mindestlaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen Verbrauchern außerdem eine Vertragsalternative mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Das kann auch ein monatlich kündbarer Tarif sein; eine Laufzeit von genau zwölf Monaten ist nicht vorgeschrieben.

Nach Ablauf der anfänglichen Vertragslaufzeit kannst Du einen automatisch verlängerten Vertrag jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Wenn Du ein neues Netz noch nicht kennst oder sich Deine Nutzung wahrscheinlich verändert, ist eine kurze Laufzeit die sicherere Wahl. Passende Angebote findest Du unter Handytarife mit kurzer Laufzeit.

6. Was kostet der Tarif wirklich?

Schau nicht nur auf die beworbene Grundgebühr. Für einen fairen Vergleich gehören alle Kosten und Erstattungen in die Rechnung:

  • monatliche Grundgebühr
  • Anschlusspreis und Versandkosten
  • Rabatte in den ersten Monaten
  • Bonus für die Rufnummernmitnahme
  • Preis nach Ende der Aktionsphase

Lies vor dem Abschluss die Vertragszusammenfassung und das Produktinformationsblatt. Dort müssen unter anderem Preis, wesentliche Leistungen, Datenübertragungsraten, Laufzeit sowie Bedingungen für Verlängerung und Kündigung übersichtlich aufgeführt sein. Prüfe, ob diese Angaben mit dem beworbenen Angebot übereinstimmen, und speichere die Dokumente ab.

Der monatliche Durchschnittspreis – wie in unserem Handytarife Vergleich verwendet – zeigt besser, was Dich der Vertrag über die betrachtete Laufzeit tatsächlich kostet. Steigt der Preis nach 24 Monaten, setze Dir rechtzeitig eine Erinnerung zum erneuten Vergleich.

7. Welche Extras sind wichtig?

Nicht jede Zusatzleistung ist für jeden Nutzer entscheidend. Prüfe vor dem Abschluss, was Du wirklich brauchst:

  • eSIM: praktisch für Dual-SIM, Reisen und die digitale Einrichtung eines neuen Mobilfunkprofils.
  • EU-Roaming: bei regulären Tarifen nach dem Prinzip „Roam like at home“ nutzbar; bei Daten können Fair-Use-Grenzen gelten.
  • Keine Datenautomatik: verhindert unerwünschte kostenpflichtige Datenpakete.
  • Prepaid: bietet Kostenkontrolle und kommt ohne langfristige Vertragsbindung aus.
  • Young-Tarife: können für jüngere Kunden günstiger sein, sollten aber getrennt verglichen werden.

Beim EU-Roaming gilt „Roam like at home“ in den EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit dem 1. Januar 2026 gehören auch Moldau und die Ukraine dazu. Die Schweiz, die Türkei und Großbritannien sind dagegen nicht automatisch eingeschlossen. Prüfe bei Reisen außerdem Fair-Use-Grenzen für mobile Daten und die Ländergruppe des Tarifs.

8. Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen

Die Mitnahme Deiner Mobilfunknummer ist kostenlos. Wichtig ist, dass Name, Anschrift und Geburtsdatum beim bisherigen und beim neuen Anbieter übereinstimmen.

Du kannst die Rufnummer auch schon vor Ende des bisherigen Vertrags portieren. Der alte Vertrag läuft dann mit einer neuen Nummer bis zum Vertragsende weiter. Gesetzlich kannst Du die Mitnahme noch bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen; viele Anbieter räumen freiwillig eine längere Frist ein.

Beauftrage die Portierung möglichst direkt beim neuen Anbieter und prüfe vorher die Kündigungsfrist. So lassen sich Verzögerungen vermeiden.

Checkliste: So findest Du den besten Tarif für Dich

  • Wie viele mobile Daten verbrauchst Du wirklich?
  • Welches Netz funktioniert an Deinen wichtigsten Orten?
  • Welche Geschwindigkeit brauchst Du?
  • Möchtest Du monatlich kündigen können?
  • Brauchst Du 5G, eSIM, Prepaid oder EU-Roaming?
  • Gibt es eine Datenautomatik oder andere Zusatzkosten?
  • Wie hoch ist der monatliche Durchschnittspreis?
  • Steigt die Grundgebühr nach der Aktionsphase?
  • Stimmen Werbung, Vertragszusammenfassung und Produktinformationsblatt überein?
  • Sind Deine wichtigen Reiseländer und das benötigte Roamingvolumen abgedeckt?

Fazit

Der beste Handyvertrag ohne Handy ist nicht automatisch der Tarif mit dem meisten Datenvolumen oder der höchsten Geschwindigkeit. Es ist der, der zu Deinem tatsächlichen Verbrauch passt, der da wo Du ihn nutzt ein gutes Netz hat und über die gesamte Laufzeit günstig bleibt.

Prüfe zuerst Datenbedarf, Netz und gewünschte Laufzeit. Danach kannst Du Extras wie 5G, eSIM oder EU-Roaming auswählen. Kontrolliere vor dem Abschluss die Vertragszusammenfassung und das Produktinformationsblatt. Im Handyvertrag Vergleich ohne Handy findest Du die aktuellen Angebote nach dem monatlichen Durchschnittspreis sortiert und kannst die Auswahl mit den passenden Filtern eingrenzen.

Wer schreibt hier?

Torsten LeidloffIch bin Torsten Leidloff, Verbraucherjournalist, und beobachte die Entwicklung auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt seit 1998. Meine Erkenntnis: Die Handynutzung wurde in den letzten Jahren deutlich günstiger. Nach wie vor kann man mit einem Preisvergleich deutlich sparen. In unseren Vergleichen findest Du die Angebote auf dem deutschen Markt nach dem Preis sortiert. Hier im Blog gebe ich meine Erfahrung weiter und helfe Dir, den passenden Mobilfunktarif zu finden.

Quellen und weiterführende Informationen