Unlimited Allnet Flat auf dem Smartphone

Unlimited surfen, unbegrenzt telefonieren, alles drin – genau das erwarte ich von einer Unlimited Allnet Flat. Doch wer genauer hinschaut, findet sehr unterschiedliche Angebote.

Manche Tarife begrenzen die Geschwindigkeit, andere verlangen regelmäßiges Nachbuchen. Im EU-Ausland ist das Datenvolumen fast immer begrenzt. Das kann trotzdem zum eigenen Bedarf passen – man sollte es nur vor dem Abschluss wissen.

Lesedauer: ca. 7 Minuten

Allnet Flat und Unlimited sind nicht dasselbe

Der Begriff Allnet Flat bezieht sich zunächst auf die Telefonie: Gespräche in die deutschen Mobilfunknetze und ins deutsche Festnetz sind in der monatlichen Grundgebühr enthalten. Meist gehört auch eine SMS-Flat dazu. Sondernummern, Mehrwertdienste und Gespräche ins Ausland sind davon nicht abgedeckt.

Unlimited beschreibt dagegen das mobile Datenvolumen. Bei einem klassischen Unlimited-Tarif gibt es im Inland kein festes Datenlimit. Du kannst also weiter surfen, während andere Tarife nach 20, 50 oder 100 GB gedrosselt werden.

Eine Unlimited Allnet Flat verbindet beides: unbegrenzte Telefonie in deutsche Netze und unbegrenztes mobiles Datenvolumen im Inland. Wie komfortabel das ist, hängt aber von weiteren Bedingungen ab.

Drei Tarifarten, die ähnlich klingen

Klassisches Unlimited

Das Datenvolumen ist im Inland ohne regelmäßige Nachbuchung nutzbar. Trotzdem kann die maximale Geschwindigkeit begrenzt sein. Ein Tarif mit 15 Mbit/s und ein Tarif mit 300 Mbit/s sind beide „Unlimited“, im Alltag aber nicht gleich leistungsfähig.

Zum Unlimited Vergleich - ohne on Demand

Unlimited on Demand

Du erhältst zunächst ein festes Datenvolumen. Ist es aufgebraucht, kannst Du kostenlos weitere Datenpakete aktivieren – je nach Anbieter per SMS oder App und häufig in Schritten von 1 GB. Das ist theoretisch unbegrenzt oft möglich.

Für viele Nutzer kann das ein guter Kompromiss sein: Solange das Startvolumen reicht, gibt es keinen Unterschied zu einem normalen Tarif. Wer regelmäßig streamt, große Dateien lädt oder das Smartphone als Hotspot nutzt, muss dagegen immer wieder aktiv nachbuchen. Ohne Nachbuchung wird die Verbindung stark gedrosselt.

Zum Unlimited Vergleich - mit on Demand

Große Volumentarife

Tarife mit 100, 200 oder mehr GB werden manchmal direkt neben Unlimited-Angeboten beworben. Für den Alltag reicht das sehr vielen Menschen, technisch bleibt das Volumen aber begrenzt. Nach Verbrauch greift eine Drosselung oder kostenpflichtige Zusatzoption.

Zum Handyvertrag Vergleich mit 100 GB und mehr

Stolperfalle 1: Die maximale Geschwindigkeit

„Unbegrenzt“ sagt nichts darüber aus, wie schnell die Daten übertragen werden. Am Markt gibt es Unlimited-Tarife mit deutlich begrenzter Geschwindigkeit und Angebote mit der jeweils maximal verfügbaren LTE- oder 5G-Geschwindigkeit.

Für Messenger, Navigation, Musik und normales Surfen reichen oft schon 10 bis 25 Mbit/s. Für Videostreaming, große Downloads und die Nutzung als Hotspot sind 50 Mbit/s oder mehr komfortabler. Wichtiger als ein theoretischer Spitzenwert ist jedoch die Netzqualität an den Orten, an denen Du das Smartphone tatsächlich nutzt.

Mein Tipp: Prüfe im Produktinformationsblatt und in der Vertragszusammenfassung die geschätzte maximale Geschwindigkeit im Download und Upload sowie eine mögliche tarifliche Geschwindigkeitsbegrenzung und die Drosselung nach Verbrauch beziehungsweise ohne Nachbuchung.

Seit dem 20. April 2026 gibt es außerdem ein offizielles Nachweisverfahren für Mobilfunkanschlüsse. Mit der Breitbandmessung-App der Bundesnetzagentur kannst Du prüfen, ob die tatsächlich erreichte Geschwindigkeit erheblich von der vertraglich vereinbarten Leistung abweicht. Bei nachgewiesener Minderleistung ist eine Minderung des Entgelts oder eine außerordentliche Kündigung möglich.

Stolperfalle 2: Nachbuchpflicht

On-Demand-Tarife sind nicht automatisch schlecht. Sie sind aber kein klassisches Unlimited. Wenn nach jedem zusätzlichen Gigabyte eine SMS oder App-Bestätigung nötig ist, kann das einen Film, eine Videokonferenz oder einen großen Download unterbrechen.

Entscheidend sind drei Fragen:

  • Wie groß ist das enthaltene Startvolumen?
  • In welchen Schritten wird kostenlos nachgebucht?
  • Wie stark wird die Verbindung ohne erneute Aktivierung gedrosselt?

In unserem Unlimited-Vergleich kannst Du On-Demand-Tarife gezielt ausschließen.

Stolperfalle 3: Unlimited gilt beim EU-/EWR-Roaming nicht unbegrenzt

Innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums gilt grundsätzlich „Roam like at home“. Dazu gehören neben den EU-Staaten auch Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit Januar 2026 sind außerdem Moldau und die Ukraine in die Regelung einbezogen. Telefonie und SMS können dort wie zu Hause genutzt werden. Bei Unlimited- und sehr günstigen Datentarifen darf der Anbieter für die Datennutzung jedoch eine Fair-Use-Grenze festlegen.

Wie viele Gigabyte beim EU-/EWR-Roaming enthalten sind, hängt unter anderem vom Tarifpreis ab. Der Anbieter muss Dir das konkrete Roamingvolumen mitteilen.

Die Schweiz, die Türkei und Großbritannien gehören nicht automatisch zur EU-Roaming-Regelung. Manche Anbieter schließen einzelne Länder wie Großbritannien oder die Schweiz freiwillig ein, andere berechnen deutlich höhere Preise. Verlasse Dich hier nicht auf den Tarifnamen, sondern prüfe die Ländergruppe.

Bei regulären deutschen Mobilfunktarifen ist EU-Roaming grundsätzlich enthalten. Prüfe dennoch, welches Datenvolumen im EU-/EWR-Ausland gilt und ob es sich um einen ausdrücklich abweichenden Roamingtarif handelt. Im Unlimited Tarif Vergleich kannst Du mit der Auswahl „inkl. Nutzung im EU Ausland“ nach passenden Angeboten filtern.

Stolperfalle 4: Aktionspreis und Preis nach der Laufzeit

Unlimited-Tarife werden häufig mit einem Rabatt für die ersten Monate oder die Mindestlaufzeit beworben. Danach kann der monatliche Preis deutlich steigen. Ein günstiger Einstiegspreis allein sagt deshalb wenig über die tatsächlichen Kosten aus.

Vergleiche den Durchschnittspreis über die vorgesehene Nutzungsdauer. Dazu gehören Grundgebühren, Anschlusspreis, Versandkosten, Boni und der Preis nach Ende der Rabattphase. Wenn Du nach 24 Monaten wechseln möchtest, setze Dir rechtzeitig eine Erinnerung.

Stolperfalle 5: Was die Flat nicht abdeckt

Auch eine Unlimited Allnet Flat umfasst nicht automatisch alles. Ausgenommen sind Sondernummern, Mehrwertdienste, Gespräche aus Deutschland ins Ausland und Satellitenverbindungen. Bei älteren oder besonders günstigen Angeboten kann auch die SMS-Flat fehlen.

Wenn Du das Smartphone als Ersatz für einen Festnetzanschluss nutzen möchtest, prüfe zusätzlich die Regeln für Tethering und Hotspot-Nutzung. Entscheidend sind außerdem Netzabdeckung, Stabilität und Upload-Geschwindigkeit – nicht nur das Datenlimit.

Für wen lohnt sich Unlimited?

Unlimited kann sinnvoll sein, wenn Du unterwegs regelmäßig Videos streamst, mobil arbeitest, große Dateien überträgst oder das Smartphone häufig als Hotspot verwendest. Auch ohne festen Internetanschluss kann ein guter Unlimited-Tarif eine Alternative sein, sofern das Mobilfunknetz am Wohnort stabil genug ist.

Wer zu Hause und bei der Arbeit meistens WLAN nutzt, fährt mit einem normalen Volumentarif oft günstiger. Schau in den Einstellungen Deines Smartphones nach, wie viele mobile Daten Du in den vergangenen Monaten tatsächlich verbraucht hast. Plane etwas Reserve ein, statt vorsorglich für unbegrenzte Daten zu bezahlen.

Meine Checkliste vor dem Abschluss

  • Handelt es sich um klassisches Unlimited oder Unlimited on Demand?
  • Welche geschätzte maximale Geschwindigkeit gilt?
  • Wie hoch sind Durchschnittspreis und Preis nach der Rabattphase?
  • Passt das Mobilfunknetz zu Wohnort, Arbeitsweg und Reisegewohnheiten?

Fazit

Unlimited ist nicht gleich Unlimited. Das heißt nicht, dass Angebote mit einer Geschwindigkeitsgrenze oder Nachbuchpflicht grundsätzlich schlecht sind. Sie können günstiger sein und für den eigenen Bedarf vollkommen ausreichen.

Wichtig ist, dass Du weißt, was Du kaufst. Prüfe Geschwindigkeit, Nachbuchung, Roaming und den langfristigen Preis. Im Unlimited Allnet Flat Vergleich findest Du die aktuellen Angebote nach dem monatlichen Durchschnittspreis sortiert. Willst Du auch Unlimited on Demand Angebote im Vergleich kannst Du diese zusätzlich mit anzeigen lassen.

Wer schreibt hier?

Torsten LeidloffIch bin Torsten Leidloff, Verbraucherjournalist, und beobachte die Entwicklung auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt seit 1998. Meine Erkenntnis: Die Handynutzung wurde in den letzten Jahren deutlich günstiger. Nach wie vor kann man mit einem Preisvergleich deutlich sparen. In unseren Vergleichen findest Du die Angebote auf dem deutschen Markt nach dem Preis sortiert. Hier im Blog gebe ich meine Erfahrung weiter und helfe Dir, den passenden Mobilfunktarif zu finden.

Quellen und weiterführende Informationen