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Während andere Kunden kurz vor Ladenschluss noch schnell in den Supermarkt rennen und an der Kasse unter Stress im Eifer des Gefechts die Hälfte ihrer Münzen im Gang verteilen, hält man selber nur kurz sein Handy an ein spezielles Lesegerät, bestätigt die Transaktion und kauft, ohne ein Geldmittel oder Karte in die Hand genommen zu haben, ein. Die Vision des „Mobile Payments“ ist nicht neu, bereits seit einigen Jahren wird an der komfortablen Möglichkeit gearbeitet mit dem Mobiltelefon bequem bezahlen zu können. Bisher jedoch eher mit mäßigem Erfolg. Wenn zunächst eine spezielle Nummer angerufen werden muss, auf den Empfang einer SMS reagiert und dann auch noch eine PIN eingegeben werden soll, ist es derzeit doch weniger umständlich auf die EC-Karte als elektronisches Zahlungsmittel zurückzugreifen. Das soll sich in naher Zukunft mit der NFC-Technologie ändern.
Was ist NFC?
NFC steht für „Near Field Communication“ und bezeichnet eine Funk-Technik die einen schnellen Datenaustausch zwischen Funkchips ermöglicht, welche sich in kurzer Distanz zueinander befinden. Sowohl aktiv (Senden) als auch passiv (Empfangen) kann der Chip eingesetzt werden. In der Anwendung bedeutet dies, dass man sein Handy mit integriertem NFC-Chip an ein postiertes Lesegerät hält und damit einen Datenaustausch vollzieht. Mit solch einer Datenübertragung ist selbstverständlich nicht nur das bargeldlose Bezahlen möglich, sondern etwa auch das Abrufen von bestimmten Informationen wie Kartenmaterial für Touristen, oder Hintergrundwissen und multimediale Werbung zu einer bestimmte Veranstaltung.Sagt es dem Nutzer zu, kann er im Anschluss mit gleicher Methode zum Beispiel die Eintrittskarten erwerben. Auch wird die NFC-Technologie zwischengeschaltet als Ergänzung zur Bluetooth-Übertragung angesehen. Ist NFC zukunftstauglich? Dass es Konzerne in jüngster Zeit sehr ernst mit NFC meinen, zeigt nicht zuletzt die Vorstellung des ersten NFC-Bezahldienstes „Wallet“ von Google Ende September 2011 in den USA. Auch Wallet steht zunächst noch am Anfang, so brauchen Nutzer neben einem Smartphone mit NFC-Chip, einen Account im Netz des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters Sprint sowie wahlweise eine Mastercard der Citibank oder eine spezielle Prepaid-Karte von Google. Auf der anderen Seite müssen natürlich erst die Läden mit einem Lesegerät ausgestattet werden. Google kündigte jedoch bereits weitere bekannte Kreditkartenanbieter wie American Express, Visa oder Discover mit ins Boot zu holen. Auch wird es in der virtuellen Geldbörse von Wallet neben dem Bezahlfach, auch eine Angebotsübersicht mit Deals des Mitte September zugekauften Schnäppchendienstes Citydeal geben. Das Archiv sowie eine Treuekartenfunktion ergänzen das Gesamtpaket. Dabei funktioniert die digitale Treuekarte wie die bekannte Stempelkarte vom Laden um die Ecke. Welche Geräte unterstützen NFC?
Bisher gibt es erst relativ wenige Smartphones mit NFC-Chip auf dem Markt. Speziell in Deutschland sind es bereits oder in naher Zukunft folgende: Google Nexus S , Acer Liquid Express, BlackBerry Curve 9360 , BlackBerry Bold 9900, Nokia 700 , Nokia 701 , Samsung Wave 578, Samsung Wave M und das Samsung Wave Y. (Stand: September 2011) Es ist davon auszugehen, dass einige Smartphones folgen werden. Denn auch andere Anbieter drängen nach dem Vorstoß von Google bereits auf den erwartenden milliardenschweren Markt. Neben dem Bezahldienstleister PayPal haben sich auch bereits die US-Mobilfunkanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile USA mit „Isis“ zu Wort gemeldet. Apple hält sich zur Zeit noch bedeckt. Bis sich NFC als Standard in Deutschland durchsetzt, wird es noch seine Zeit brauchen. In Staaten wie den USA und Japan ist die Bezahlmethode bereits auf dem Vormarsch. |